Finanz-Blog mit Martina Tellermann

Was ändert sich 2023?

Ein frohes neues Jahr wünscht euch Martina Tellermann, eure Finanz-Bloggerin der Volksbank in Schaumburg und Nienburg. Im Wechsel mit unseren Kolleginnen und Kollegen der Volksbank Hameln-Stadthagen sowie der Sparkasse Schaumburg informieren wir euch regelmäßig über Finanzthemen und geben gerne Tipps und Trends an euch weiter. 

Auf diese Neuerungen könnt ihr euch 2023 einstellen

Ab 1. Januar 2023 treten diverse gesetzliche Änderungen in Kraft. Einige davon habe ich für euch zusammengefasst. Sie könnten sich auch auf euren Geldbeutel positiv auswirken. 

Höherer Grundfreibetrag für Einkommensteuer  

Der Einkommensteuertarif bemisst sich nach der Höhe des zu versteuernden Einkommens. Bis zum sogenannten Grundfreibetrag ist das Einkommen steuerfrei. Ab dem 1. Januar 2023 liegt dieser für Alleinstehende bei 10.908 Euro und ist somit 924 Euro höher als im Vorjahr. Bei verheirateten Paaren verdoppelt sich der Grundfreibetrag auf 21.816 Euro. Eine weitere Anhebung ist für 2024 vorgesehen. Auch beim Spitzensteuersatz tut sich etwas: Dieser wird statt wie bisher bei 58.597 Euro in 2023 ab 62.810 Euro greifen. 

Mehr Kindergeld

Die Eltern unter euch können sich freuen: Im kommenden Jahr steigt nämlich auch das Kindergeld. Für die ersten drei Kinder erhalten Familien dann jeweils 250 Euro monatlich (zuvor 219 Euro für das erste und zweite Kind, 225 Euro für das dritte Kind). Ab dem vierten Kind gibt es pro Monat weiterhin 250 Euro. Zudem steigt der Kinderfreibetrag zum 1. Januar von 8.548 auf 8.952 Euro pro Jahr.

Weniger Steuern auf Kapitalerträge

Prinzipiell müsst ihr alle Einkünfte aus Kapitalvermögen – zum Beispiel Veräußerungsgewinne aus Aktien und anderen Wertpapieren, Zinsen sowie Dividenden – versteuern. Dazu zählen die Abgeltungssteuer sowie eventuell der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuern. Es gibt jedoch den Sparerpauschbetrag – den Freibetrag für Einkünfte aus Kapitalerträgen. Dieser erhöht sich 2023 von 801 Euro auf 1.000 Euro und bei Ehegatten von 1.602 Euro auf 2.000 Euro. Der Sparerpauschbetrag wird unmittelbar bei der Abrechnung der Kapitalerträge durch die Kreditinstitute berücksichtigt, wenn ihr einen Freistellungsauftrag bei eurer Bank erteilt habt.  

Jährliche Anpassung der Beitragsbemessungsgrenze

Wie in den vergangenen Jahren wird auch im Jahr 2023 die Beitragsbemessungsgrenze an die Einkommensentwicklung angepasst. Es gelten dann neue Rechengrößen in der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung. In der gesetzlichen Krankenversicherung steigt die Beitragsbemessungsgrenze auf 4.987,50 Euro im Monat an. In der allgemeinen Rentenversicherung wird die Beitragsbemessungsgrenze in den neuen Bundesländern bei 7.100 Euro im Monat und in den alten Bundesländern bei 7.300 Euro im Monat liegen.  

Mini- und Midijob-Grenzen werden erhöht

Gute Nachricht für alle Mini- und Midijobber. Zum 1. Januar 2023 steigt die Midi-Job-Grenze deutlich an. Ihr müsst dann erst ab einem Einkommen von monatlich 2.000 Euro volle Sozialbeiträge zahlen. Zum 1. Oktober 2022 war die Grenze bereits von 1.300 auf 1.600 Euro gestiegen. Seit Oktober beträgt der gesetzliche Mindestlohn zwölf Euro pro Stunde und auch die Verdienstgrenze für Minijobber stieg von 450 auf 520 Euro.

Energiepreisbremsen

Hurra – ein Ende der in die Höhe schnellenden Preise für Energie ist in Sicht: Die Preisbremsen für Strom, Fernwärme und Gas kommen zwar offiziell erst im März, sie sollen aber rückwirkend auch für die Monate Januar und Februar gelten. 

  • Gas- und Fernwärmepreisbremse: Für 80 Prozent des bisherigen Jahresverbrauchs subventioniert der Staat den Preis. Beim Gas soll der Preis für private Haushalte und kleinere Unternehmen auf 12 Cent je Kilowattstunde begrenzt werden, bei Fernwärme auf 9,5 Cent. Die Versorger stehen in der Pflicht, die Entlastung direkt mit dem monatlichen Abschlag zu verrechnen.
  • Strompreisbremse: Auch hier gilt, dass der Staat 80 Prozent des bisherigen Jahresverbrauchs subventioniert. Bei Strom ist dann der Preis auf 40 Cent je Kilowattstunde begrenzt.
  • Energiepauschale für Studierende: Gerade als Schüler und Student kommt es auf jeden Cent an, deshalb können sich Studierende über die Pauschale von 200 Euro zur Milderung der gestiegenen Kosten freuen. Antragsberechtigt sind etwa 2,95 Millionen Studierende, die zum 1. Dezember an einer Hochschule in Deutschland immatrikuliert waren. Bund und Länder arbeiten noch an einer zentralen Antragsplattform. Geplant ist es, die Beträge möglichst schnell auszuzahlen. 

 

 

Lass uns gerne reden    
Für deine persönliche Finanzplanung 2023 empfehlen wir dir ein Gespräch mit deinem Bankberater. Themen könnten sein:   

  Optimierung der Versicherungsbeiträge
  Anpassung deiner Geldanlagen vor dem Hintergrund gestiegener Zinsen
  private Krankenversicherung, private Pflegezusatzversicherung oder private Rentenversicherung 
  Freistellungsauftrag

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch einen Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Rechtsanwalt (insbesondere Fachanwalt für Steuerrecht), Lohnsteuerhilfeverein, einen Berater bei eurer Bank oder die für diese Themen zuständigen Ämter nicht ersetzen.

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